Manchmal kann auch Oma Erna nicht
Meine Frau möchte immer für unsere Enkel da sein, was jedoch leider nicht immer möglich ist. Gerade jetzt hat sie gesundheitliche Schwierigkeiten, mit denen sie schwer umgehen kann, denn sie leidet unter einer Blasenschwäche, die ihr sehr peinlich ist. Angefangen hatte das Ganze vor einigen Monaten, als sie beim Einkaufen oder sonstigen Erledigungen immer sofort Ausschau nach einem Wayfinding System – wie die modernen Wegleitsysteme heute gern bezeichnet werden – halten musste, um schnell zu einer Toilette gelangen zu können. Wenn ich sie darauf ansprach, sagte sie immer nur, dass alles okay wäre. Ich glaubte ihr das natürlich nicht und überredete sie dazu, sich nicht nur hinter den Plissees zu verstecken, sondern mit mir zu einem Urologen zu gehen. Dieser erzählte uns ein paar interessante Fakten zum Thema Blasenschwäche.
In Deutschland leiden ca. 8 Millionen Menschen darunter, egal welchen Alters. Denn nur 2 Millionen der Betroffenen sind älter als 60 Jahre. Bei den über 80jährigen haben dagegen schon 30% mit einer Inkontinenz zu kämpfen. Gründe dafür sind, dass sich das Fassungsvermögen der Blase im Alter verkleinert, die Muskeln nicht mehr so elastisch und die Blase nicht mehr so empfindlich ist. Eben ganz normale Faktoren des Alterungsprozesses, die sich dennoch beheben lassen, so der Arzt. Das freute mich und meine Frau natürlich. Erst einmal wäre es wichtig, den Beckenboden wieder zu trainieren. Meine Frau freute sich schon darauf, das Beckenbodentraining in Berlin auszuüben, da dadurch auch eine Reise von Zwickau in die deutsche Hauptstadt anstehen würde. Zudem sollte sie viel trinken, damit die Harnwege durchgespült werden können. Das war nun meine wichtigste Aufgabe, Erna immer wieder daran zu erinnern. Zudem würde auch ich dadurch endlich wieder mehr Flüssigkeit zu mir nehmen. Unsere Enkel müssen nun erst einmal ein wenig warten, denn jetzt muss Erna erst einmal ihre Blase wieder fit machen.